Im Portrait: Yogalehrerin Caroline Mattern

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1. Was bedeutet UNIT für dich persönlich?

Unit bedeutet für mich insbesondere im Einklang zu sein mit allen „Einheiten“ und „Elementen“, die mich ausmachen – also mich und auch andere mit allen Fassetten wahrzunehmen und anzuerkennen. Wir versuchen viel zu oft Seiten von uns, die wir nicht mögen, zu verdrängen oder verschwinden zu lassen. Jeder von uns ist manchmal traurig, wütend, verärgert oder hat einfach mal schlechte Laune – das ist menschlich und auch authentisch.
Meine Erfahrung ist jedoch, wenn ich diese Gefühle zulasse und bewusst wahrnehme, dann sind sie zwar immer noch da, verlieren aber nach und nach an Bedeutung und Kraft. Genauso wichtig finde ich es natürlich auch, Gefühle wie Freude, Liebe und Enthusiasmus bewusst zu fühlen und auszuleben wenn sie da sind, das macht doch das Leben so wunderbar! Mir und meinen Mitmenschen zu erlauben, unvollkommen zu sein und diese Unvollkommenheit zu lieben, das bedeutet für mich Unit. Das ganze Universum ist ein Chaos, warum sollten wir von uns erwarten, perfekt zu sein?

2. Beschreibe deine liebste Yogaübung

Komischerweise ist eine meiner Lieblings-Yogaübung (selbstverständlich neben der Kindhaltung und Shavasana) eine Übung, die mich ziemlich herausfordert. Eigentlich sind es zwei, der Halbmond und auch der Tänzer. In diesen Übungen falle ich meist bereits nach wenigen Sekunden um, insbesondere dann, wenn ich mit den Gedanken abschweife. Zudem fordern sie meinen Körper auf so viele verschiedene Weisen heraus: Balance, Kraft, Stabilität und dabei die Leichtigkeit nicht verlieren. Damit ich nicht falle, muss ich präsent bleiben und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum mich diese Position trotz allem entspannt. Sie zwingt mich im Hier und Jetzt zu sein und somit meine Gedanken im Kopf für ein paar Sekunden einfach mal „die Klappe“ halten.

3. Für was bist du im UNIT zuständig?

Ich gebe den Vinyasa Basic Kurs, jeden Montag von 20:00 bis 21:00 Uhr.

4. Wie hast du zum Yoga gefunden?

Ich habe zum Yoga gefunden, als ich mir ein Jahr Auszeit genommen und in Costa Rica gelebt habe. Ich war damals verwirrt, weil ich an einem der schönsten Orte der Welt war und meinen Traum verwirklicht habe und trotzdem irgendwie unglücklich war. Durch das praktizieren von Yoga und Meditation wurde mir klar, wer ich bin, was mir wichtig ist und was ich mit meinem Leben „eigentlich anstellen möchte“. Dies geschah selbstverständlich nicht nach der ersten Yoga Stunde, sondern war eine laaange Reise. Eigentlich ist die Reise auch noch nicht beendet, ich reise immer noch ☺

5. Wie lautet dein persönliches Motto?

„Ich bin kein Buddha“
Manchmal verläuft das Leben – galant ausgedrückt – suboptimal, ob du nun Yoga praktizierst oder nicht. Es passieren Dinge, die dir den Boden unter den Füßen wegziehen und dich am ganzen Universum zweifeln lassen. Niemand ist vor dem „Bullshit“ des Lebens gefeit, auch Yoga Lehrer nicht. Es ist eine Illusion zu glauben, dass wenn man Yoga praktiziert oder auch unterrichtet, nur noch ausgeglichen und balanciert mit einem Grinsen im Gesicht durchs Leben läuft. Nein, der „Shit“ des Lebens kommt trotzdem „right in your face“. Und das möchte ich gerade den Yoga-Anfängern oder Unschlüssigen unter euch nahe legen:
Auch Yogis sind nur Menschen. Aber Yoga kann dir helfen, davon bin ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung überzeugt, diese Phasen des Lebens zu verkürzen und nicht länger als nötig in einer „bescheidenen“ Situation zu verharren. Das praktizieren von Yoga kann bewirken, gerade in schwierigen Momenten oder Situationen, mit dir selbst liebevoll und verständnisvoll umzugehen und die Narben, die du vielleicht davon trägst, mit Würde und Respekt dir gegenüber zu tragen und ganz wichtig: das Leben wieder zu feiern, und das mit allen Sinnen. Und wenn das mal nicht so gut gelingt, na dann ist es halt so. Dann hilft nur eins: einfach weiteratmen.
Wie gesagt, ich bin kein Buddha…

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