Veränderungen durch die Yoga-Ausbildung

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Vor genau 2,5 Jahren begann ich mit meiner 200h Yoga-Ausbildung beim UNIT Yoga in Hamburg-Eppendorf, vor einem Jahr dann mit der 300h Ausbildung. Seit meinem ersten Ausbildungswochenende ist viel passiert. Wenn ich zurückblicke, haben sich für mich doch einige wichtige Dinge geändert. Yoga hat seinen Weg in meinen Alltag gefunden – und damit meine ich nicht nur die reine Asana-Praxis. Yoga, und insbesondere eine intensive Yoga-Ausbildung, führt zu vielen Veränderungen: Wer sich intensiv mit Yogaphilosophie (insbesondere Ahimsa, die Gewaltlosigkeit) beschäftigt, wird vielleicht seine Ernährung überdenken und ändern, körperlich können Beschwerden gelindert werden und auch mental können viele Veränderungen stattfinden – Yoga macht beispielsweise glücklich und zufrieden.

Sich nicht vergleichen

Zum Yoga gekommen bin ich einige Jahre vor dem Start meiner Yogalehrer-Ausbildung, auf der Suche nach Entspannung, mehr Fitness und Flexibilität. Zu Beginn meiner Yogapraxis konzentrierte ich mich darauf, Vorbeuge, Planke, Kobra, herabschauenden Hund und Co. einigermaßen hinzubekommen. Schaute bei den anderen Schülern, wie die Asanas funktionieren. Bis ich eines Tages neben einer älteren Dame im herabschauenden Hund hing. Die Frau hätte vom Alter her meine Oma sein können, beherrschte aber alle Asanas in Perfektion, während ich, einige Jahrzehnte jünger, selbst die einfachsten Übungen nicht hinbekam. Erst fühlte ich mich sehr schlecht, aber im Nachhinein war ich sehr dankbar, dass der Zufall uns beide in diese Yogaklasse geführt hatte – danach habe ich die Frau nämlich nie wieder gesehen. Aber ich habe in dieser Stunde gelernt, mich nicht mit anderen zu vergleichen. Wer weiß, vielleicht hat die Frau früher Ballett gemacht und vor 30 Jahren mit Yoga begonnen, während ich als Kind schon nach einigen Ballettstunden keine Lust mehr auf das Tanzen hatte. Irgendjemand ist immer flexibler, erfolgreicher, schöner, größer, schlanker als wir. Aber wir alle haben ganz unterschiedliche Wege bestritten und bringen ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit. Es macht überhaupt keinen Sinn, sich mit anderen zu vergleichen – woran ich durch Yoga immer wieder erinnert werde.

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© Franzi Schädel

Den Atem fließen lassen

Nachdem ich die gängigsten Asanas einigermaßen drauf hatte, begann ich, mich auch auf meinen Atem zu konzentrieren. Klar, in den meisten Yogastunden wird auch auf den Atem eingegangen, Ujjayi-Atmung und Co. habe ich zu Anfang aber einfach ignoriert, weil ich mit den Asanas schon ausreichend beschäftigt war! Hinzu kam: bevor ich mit dem Yoga anfing, hatte ich kein gutes Verhältnis zu meinem Atem. Denn als Jugendliche hatte ich einige Jahre mit Asthma zu kämpfen und es gab Situationen, in denen ich keine Luft bekam und nicht richtig atmen konnte. Die Symptome legten sich zwar schon einige Jahre, bevor ich mit dem Yoga begann – geblieben ist aber ein sehr flacher Atem, den ich am liebsten gar nicht wahrhaben wollte, aus Angst, wieder keine Luft zu bekommen. Durch Yoga habe ich gelernt, mich auf meinen Atem zu konzentrieren, meinen Atem wahrzunehmen und bewusst und tief zu atmen – in der Meditation, in der Asana-Praxis und auch im Alltag. Heute kann ich meinen Atem ganz bewusst in stressigen Situationen einsetzen, beispielsweise, wenn ich „einfach mal durchatmen“ muss.

hannahfrey

Meine Ausbildungsgruppe

Mehr als nur Asanas

Als ich beschloss, mich zur Yogalehrerin ausbilden zu lassen, war mir bewusst, dass dies eine intensive Reise werden würde. Aber was genau mich erwarten sollte, wusste ich am Anfang noch nicht. Gelernt habe ich in meinen Ausbildungen vor allem, dass die eigentliche Yogapraxis beginnt, sobald man die Matte verlässt. Klar, auch das Üben der Asanas ist wichtig, aber Yoga ist so viel mehr, als nur die körperlichen Übungen. Das wurde mir in den Ausbildungen vor allem durch die Yogaphilosophie-Wochenenden, aber auch an den Wochenenden mit anderen thematischen Schwerpunkten bewusst. Yoga bedeutet, im Hier und Jetzt zu sein, statt mit den Gedanken in der Vergangenheit zu verweilen oder nur in die Zukunft zu blicken. Yoga bedeutet, Menschen, Tieren und allen anderen Lebewesen keine Gewalt anzutun, sei es körperlich oder psychisch. Und Yoga bedeutet auch, gut zu sich selbst zu sein – und noch sehr viel mehr.

Die Veränderungen, die durch Yoga (oder, noch intensiver: durch eine Yogalehrer-Ausbildung) in dein Leben kommen, sind natürlich ganz individuell und natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Veränderungen, die meine Yoga-Ausbildungen mit sich brachten. Wer einmal begonnen hat, sich mit Yoga zu beschäftigten, macht sich auf eine spannende Reise – man muss definitiv mutig sein, denn Veränderungen bringt der Yoga-Weg immer mit sich, aber es ist ein Weg, der sich lohnt. Ich fühle mich jetzt glücklicher und zufriedener und genieße mein Leben jetzt jeden Tag viel intensiver!

2 thoughts on “Veränderungen durch die Yoga-Ausbildung

  1. Liebe Yogis…ich befasse mich gerade mit der Hüftmuskulatur. Ich kommen nicht weiter was gemeint ist mit aktivierung des Muskel und Verlängerung des Muskel. Kann Mir hier jemand ein Beispiel nennen und eine Pose damit ich mir das a schauen kann.

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