Yoga für Schwangere: Eine tolle Geburtsvorbereitung

Share

Sarah Scholz ist unsere Expertin für Personal Training und Yoga für Schwangere. Sie ist bereits seit der Eröffnung unseres Yogastudios in Hamburg im Oktober 2012 für uns als Yogalehrerin und inzwischen als Ausbildungsreferentin tätig. Im November 2015 absolvierte sie die RYT500 Ausbildung. Ihre liebevollen Yogastunden sind geprägt von Empathie und Freude. Im Interview beantwortet Sarah meine Fragen zum Thema Yoga in der Schwangerschaft:

Warum ist Yoga in der Schwangerschaft eine tolle Geburtsvorbereitung?

Eine Schwangerschaft, eine Geburt, das Muttersein sind ganz wundervolle und einzigartige Erlebnisse. Oftmals können sich Frauen jedoch gar nicht richtig auf das Thema einlassen, da Ihnen das Vertrauen in das Frausein und in die Natur abhanden gekommen ist. Viele Frauen haben das Gefühl für sich selbst verloren.

Nicht umsonst finden Geburten mittlerweile überwiegend in Krankenhäusern statt. Schwangere gehen zum Arzt, selten zur Hebamme, und bekommen erstmal eine Liste, welche Untersuchungen gemacht werden sollten. Man bekommt schnell das Gefühl, man sei krank und nicht schwanger.

Die Intuition und das Bauchgefühl werden nicht erhört, sondern ignoriert, den Göttern in Weiß wird mehr geglaubt als dem eigenen Gefühl. Intuition und Bauchgefühl sind die Stärken einer Frau, besonders in der Schwangerschaft, wo diese Eigenschaften besonders intensiv werden.

Paschimottanasana mit Jens

Gerade das Vertrauen in die Natur lässt uns das Schwangersein und die Mutterschaft genießen. Deshalb ist es wichtig und toll, dass Frauen den Weg zum Yoga finden. Yoga ist eine großartige Möglichkeit wieder zurückzufinden zu dem eigentlichen Selbst. Zurück zur Intuition und zum Vertrauen in das Göttliche. Die Natur sorgt schon für uns. Frauen haben schon immer Kinder auf die Welt gebracht und tun dies auch heutzutage noch in fernen Ländern, ganz natürlich ohne Kreißsaal und Ärzten und Schläuchen, PDA und Co. Im tiefsten Inneren hat jede Frau dieses Können, dieses Vertrauen fest verankert. Mit diesem Wissen können wir uns entspannt Fallen lassen und das Wunder der Geburt mit Freude erleben.

Yoga hilft dabei den Körper wieder wahrzunehmen, auf seine Signale zu hören, und sogar Vorgänge im Körper bewusst zu steuern. Nicht zuletzt gibt es jeder Schwangeren Mittel und Möglichkeiten an die Hand, frei Entscheidungen voll Vertrauen in sich selbst zu treffen, sich zu entspannen und sich auf eine Geburt vorzubereiten.

Welche Atemübungen unterrichtest du im Prenatal-Yogakurs?

Pranayama in der Schwangerschaft ist auf jeden Fall mit Vorsicht zu genießen. Vor allem Übungen mit Atemverhaltung sind zu vermeiden.

Ich unterrichte gerne sanftes Pranayama, wie den Ujjayi Atem, auch gerne ozeanische Atmung genannt, der gibt Schwangeren viel Sauerstoff und hilft bei der aufkommenden Kurzatmigkeit.

Nadi Shodana, die Wechselatmung, bringt die Sorgen um die Zukunft im Geist zur Ruhe und Bhramari Pranayama, das Bienensummen, gibt gute Laune.

Welche Yogaübung/en tut(tun) den Schwangeren besonders gut?

Viele Schwangere sind einfach froh, wenn sie sich bewegen können und dürfen 😉 So versuche ich meine Schwangerenyogaklassen sowohl entspannend, aber auch herausfordernd zu gestalten. Welche Übung besonders gut tut ist schwierig zu sagen, da jede Schwangere ihre eigenen „Wehwehchen“ hat und somit eine andere Übung braucht, als die Mattennachbarin.

Ich hatte in der Schwangerschaft immer Probleme mit dem Ischias (ist ziemlich typisch) und habe alles geliebt, was die Hüfte bewegt und dehnt.

Z.B. Sufi Kreise aus dem Kundalini Yoga oder auch Hüftkreisen im Vierfüßler.

DSC_3799

Welche Asanas sollte man während der Schwangerschaft nicht üben?

Einige Dinge sind im Schwangerenyoga unbedingt zu beachten. Dazu zählen folgende:

  • Atem sollte immer ruhig fließen können
  • Jede Haltung sollte den Raum für den Bauch haben, wenn dies nicht der Fall ist sollte man eine Variante wählen (Z.B. Drehsitz andere Richtung)
  • Die Füße sind stets hüftweit geöffnet, um Platz für den Bauch zu lassen (insb. in den Vorbeugen)
  • Bauch sollte beim Üben weich bleiben
  • Haltungen, welche die Bauchmuskeln fordern, können vereinfacht (im Brett die Knie absetzen) oder ganz weggelassen werden
  • Immer Leichtigkeit in den Asanas –  zu vermeiden ist ein „Abkämpfen“ oder „Durchhalten“
  • Rückbeugen SANFT üben
  • keine übermäßiges Strecken oder Dehnen des Bauches
  • Beckenboden: loslassen und anspannen trainieren z.B. in Hocke, oder unterstützte Schulterbrücke (Bebo sollte in Bewegung bleiben, kein Mula Bandha + Uddiyana Bandha)
  • Grundsätzlich ist alles erlaubt, was sich gut und richtig anfühlt. Die ersten Monate ist diese Einschätzung noch schwierig, da der Bauch noch klein ist und noch nicht im „Weg“, daher die ersten 3 Monate mit Vorsicht genießen, also ganz sanft zu üben

Folgendes beim Yoga für Schwangere vermeiden:

Enge Rotationen, Umkehrhaltungen, Bauchübungen, Bauchlage, Springen

Warum sollte deiner Meinung nach jede Schwangere einen Yogakurs besuchen?

Bewegung macht glücklich, vor allem in der Schwangerschaft. Yoga kann in vielerlei Hinsicht helfen, z.B. hilft es beweglich zu bleiben, den Rücken und die Füße zu entlasten und auch durch richtiges Atmen und eine verbesserte Haltung auf die Geburt vorzubereiten.

Eine Schwangerschaft ist ein guter Zeitpunkt um mit Yoga anzufangen. Yoga schult unter anderem die Körperwahrnehmung, den bewussten Atem und die Konzentration. Um die Schwangerschaft noch bewusster zu erleben, hilft es diese Dinge zu üben. Wie im Alltag, sollten die Veränderungen auch in der Yoga Praxis fließend vor sich gehen.

Die Asanas lösen tiefsitzende Verspannungen, kräftigen den Körper, korrigieren Fehlhaltungen und bringen blockierte Energien wieder zum Fließen.

Sukhasana  Trikonasana

About Stefanie Weyrauch

Stefanie Weyrauch liebt Yoga und Social Media. Daher ist sie als Kümmerin unseres UNIT Yoga Blogs voll in ihrem Element und kann dabei ihre beiden Leidenschaften Yoga und Social Media unter einen Hut bringen. Mehr Info

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.