Yoga für „best ager“ – total unsexy?

Mal ehrlich – wer will schon alt sein?
Und wer möchte freiwillig zum Yoga 50plus Kurs gehen, wenn der Hatha Kurs doch auch fast noch geht?

In unserer westlichen Gesellschaft gilt alt zu sein manchmal als Makel. Gleichzusetzen mit ‚zu nichts mehr nutze‘ zu sein, zum ‚alten Eisen gehörend‘. Der Mensch wird wertgeschätzt, wenn er etwas tut. Jung, dynamisch und erfolgreich zu sein, es zu etwas zu bringen –  das ist es, was unsere Gesellschaft als wertvoll erachtet. Der Wert des Alters aber liegt nicht im TUN. Er liegt im SEIN. Und hier wird es yogischer Perspektive spannend: Denn dieses „Sein“ ist doch genau das „ICH BIN“ was wir Yogalehrer unseren Schülern immer wieder nahebringen, oder!? Aber in unserer Gesellschaft fragt man: Sein, was tut man da und wie macht man das???

Und genau hierauf gibt das speziell konzipierte Yoga für „best ager“ interessanten Antworten!

Meiner Meinung nach klappt es dann gut, wenn man sich in den Flow begibt. In den Flow des Lebens und auch des Alterns. Bekanntlich kann man die Zeit nicht aufhalten. Wenn man lernt, achtsam mit sich umzugehen, die Grenzen seines Körpers zu akzeptieren und dennoch am Erhalt der Konstitution liebevoll zu arbeiten. Und genau hier liegt die Herausforderung älteren Menschen Yoga näher zu bringen.  Die Lebensmitte bringt viel Veränderung mit sich: körperlicher aber eben auch Art.  Den als speziell ausgebildetem Yogalehrer wird einem schnell bewusst, wie sehr Körper und Geist miteinander verwoben sind.So kann Yoga auch ab der Lebensmitte einen ganz besonderen Beitrag dazu leisten, die Menschen auf ihrem Weg und bei ihren Veränderungsprozessen zu unterstützen. Im günstigsten Fall gelingt es, alte einschränkende Vorstellungen, Haltungen und Einstellungen zu verabschieden. Dann kann immer mehr das “ICH BIN “ zum Vorschein kommen. Dazu braucht es eine Atmosphäre des Vertrauens in der die Teilnehmer*innen sich selbst wohlwollend begegnen.

Auf körperlicher Ebene können die unterschiedlichsten altersspezifischer Krankheitsbilder auftauchen, die eben oft auch mental ihre Spuren hinterlassen. Deswegen ist es so wichtig, die Teilnehmer dabei zu unterstützen, sich körperlich und mental anzunehmen und sich als wertvoll zu sehen. Deswegen ist es so wichtig, sich mit den typischen Krankheitsbildern gut auszukennen und die Yoga-Übungen so modifizieren zu können, dass die Teilnehmer Yoga nicht als eine weitere Limitierung, als ein, „…schau mal, das kann ich auch nicht mehr“ sondern als Bereicherung und Motivation betrachten.
Ob das gelingt, hängt maßgeblich von uns als Yogalehrern ab:  Wir Yogalehrer mit Spezialisierung auf 50plus können einen Beitrag dazu leisten diesen Gedanken von: Seniorenyoga = Alt und unsexy, gar nicht erst aufkommen zu lassen.

50plus Yoga wird auf, mit und am Stuhl praktiziert. Ist allerdings deswegen nicht weniger fordernd. Es macht vor allem Sinn, wenn die Übungen auf der Matte, eher als stressig empfunden werden. Die Teilnehmer sagen, dass die Übungen am Stuhl als Wohltat in Bezug auf Gleichgewicht, Verletzungen und Erkrankungen empfunden werden und aus falschem Ehrgeiz – der ja vor der Tür bleiben soll – erreicht werden wollen.
Darüber hinaus ist es eine schöne Aufgabe, auch in Einrichtungen für ältere Menschen Yoga zu unterrichten. Mitunter auch mit an Demenz erkrankten Menschen. Oft ist die Yogastunde für ältere Menschen das Highlight der Woche, bei dem sie den oft doch eintönigen Alltag vergessen können und die Augen wieder richtig strahlen.

Wenn euch das interessiert, dann meldet euch zur 50plus Ausbildung an und lernt alles über dieses wichtige Thema, das aufgrund der demografischen Entwicklung in Zukunft immer mehr Bedeutung gewinnen wird!
Ich würde mich freuen euch dort zu sehen,
Ursula

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