Meridian-Yoga im Spätsommer – für emotionale Balance und Wohlbefinden

„Sorge dich nicht um die Ernte, sondern um die richtige Bestellung deiner Felder.“
~ Konfuzius

Wenn man “etwas auf dem Herzen hat“, „eine Laus über die Leber läuft“, es „flau im Magen ist“, oder etwas „an die Nieren geht“, ist das Energiegleichgewicht gestört. Die Meridiane versorgen unseren Körper mit Energie und korrespondieren nicht nur mit ihren entsprechenden Organen, sondern auch mit bestimmten Emotionen und Denkmustern. Mit Yin Yoga können wir gezielt blockierte Gefühle harmonisieren und gleichzeitig positiv unsere Gesundheit beeinflussen.

Milz- und Magen Meridiane

Die Arbeit mit dem Funktionskreis Milz- und Magenmeridian hilft uns, Gefühle für Fürsorge, Vernunft und Hilfsbereitschaft zu spüren.
Wir konzentrieren uns auf die Organe und Meridiane, die dem Element Erde zugeordnet sind – welche die universelle Energie des Spätsommers ist. Die Erde steht in der Mitte des Wandlungsphasen-Zyklus, was auf ihre Sonderstellung hinweist. Sie ist die Kraft der Mitte.

Der Milz-Meridian beginnt an der Innenseite des großen Zehs, zieht sich entlang der Innenseite des Fußes zur Innenseite des Unter- und Oberschenkels, bis zur Seite des Bauches, über die Rippen geht er weiter zur Außenseite der Brust. Unterhalb der Achselhöhle fließt er in einem spitzen Winkel nach unten und endet im Zwischenrippenbereich.

Der Magen-Meridian beginnt unter der Mitte des Auges und verläuft in einem u-förmigen Bogen zur Schläfe. Von der Wange aus führt er über den Hals zum Brustkorb, zieht sich von dort zum Bauch, weiter an der Vorderseite des Oberschenkels zur äußeren Seite des Knies, zum Fußrücken und endet am seitlichen Nagelwinkel des zweiten Zehs.

Wenn wir uns von den Äußerlichkeiten des Lebens ablenken lassen und uns von unserem Inneren entfernen, verlieren wir unsere Ruhe und Zentrierung. Wir werden unbesonnen, verlieren unsere Gelassenheit und Souveränität. Im Kreis der Elemente bildet die Erde sozusagen das Zentrum, um das sich alles dreht. Eine Mitte, aus der heraus sich erst Gleichgewicht, Stabilität, Kraft und Gelassenheit entwickeln können.

In der „Mitte“ wird es nicht langweilig. Man kann differenzierter und intensiver wahrnehmen, ist ganz bei sich, um die Fülle zu erleben. Die Erde ist wie die Mutter, die unseren physischen Körper versorgt und nährt. Ohne sie hätten wir keinen „Boden unter den Füßen“.

Das Element Erde bewirkt Reifung in der Natur wie im Menschen. Erde ist die große Mutter, der alles anvertraut und übergeben werden kann. So nehmen wir beispielsweise durch unseren Magen, der mit der Milz zum Element Erde gehört, all das vertrauensvoll auf, was wir essen und trinken. Daher ist mit Magen und Milz und damit für das gesamte Element Erde mit all seinen Wechselbeziehungen das Vertrauen assoziiert. Im Gegenzug fordert die Erde nichts zurück, sondern sie hilft, unterstützt und bietet uns fortwährend Nahrung und Regeneration „ohne Wenn und Aber“. Die harmonische Grundstruktur in einer starken Erde ist immer lebenszentriert und kann so alle YANG- und YIN-Disharmonien überwachsen, weil sie in Harmonie mit beiden Aspekten ist.

Das Element Erde bedeutet in harmonischer Form „Ruhen in der Mitte“. Sie ist geprägt von dem „Gefühl für das Richtige“ und von grenzenlosem Vertrauen ohne zu hinterfragen und zu zweifeln. Erde lebt aus der Intuition.

Im Gefühlsbereich erzeugt die unharmonische Energie der Erde die Sorge und Kummer. Ein laufendes „sich Hinterfragen“ und Grübeln findet statt und schaukelt sich hoch über Verlust des Selbstwertgefühls bis hin zu Selbstmitleid. Bei Menschen, die zu viel grübeln, nachdenken und sich ständig Sorgen machen, wird das Qi regelrecht verknotet und es stagniert. Zweifel, Pessimismus mit der Einstellung: „Das wird nicht gehen“, Intoleranz und Selbstmitleid können dann die vorherrschenden Emotionen sein.

Yin Yoga Praxis

Die folgende Yin Yoga Sequenz für Milz- und Magenmeridian kann uns dabei helfen die Gefühle des Vertrauens und der Gelassenheit zu stärken. Damit nähren wir unsere Milz und die Energie des Magens. Wir fühlen uns „in der Mitte“ und in der Lage, Erfahrungen zu verarbeiten.

Beginne nun mit deiner Praxis und nehme alles wahr, was sich dir zeigt. Bleibe dabei ganz im „Yin Modus“ mit Hingabe, Geduld und der Bereitschaft, vollständig loszulassen. Die Positionen können zwischen 3 und 5 Minuten gehalten werden:

Einen schönen Spätsommer – mit viel Gelassenheit, Gleichgewicht und Stabilität!
NAMASTE
Iris

 

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