Rückbildung für Männer

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, ist das etwas Wunderschönes. Und natürlich stehen Frau und Kind im Mittelpunkt des Geschehens. Doch ist das aus unserer Sicht nur die eine Seite der Medaille:
Auf der einen Seite wird die Frau auf einmal Mutter und der Mann Vater. Doch auf der anderen Seite verändert sich auch die Beziehung zwischen Frau und Mann innerhalb der Partnerschaft, denn schließlich wird aus einem Paar auf einmal eine Familie. Da wo es vorher nur „uns 2“ gab, gibt es auf einmal ein süßes Wesen, was alle Aufmerksamkeit fordert.
Dies ist traumhaft schön, ja, aber es bietet jede Menge Herausforderungen für alle Beteiligten. Zum einen natürlich für die Frau – aber eben auch für den Mann. Und da sich aus unserer Sicht Yoga immer dem Menschen in seiner Situation anpassen sollte, kann Yoga auch in dieser Zeit nach der Geburt nicht nur der Frau, sondern ebenso dem Mann eine besondere Unterstützung bieten.

Männer gehen anders mit Veränderungen um

Klar gehen Männer anders mit Emotionen, Gefühlen und Veränderungen um als Frauen, aber für den Mann bedeutet ein Kind ebenfalls Veränderung und auch er muss seinen Umgang damit finden. Hinter der harten Schale findet sich eben doch meist ein weicher Kern, sodass viele Männer – auch wenn es emotional oftmals nicht sichtbar ist – doch mit ihren Frauen mitfühlen.

Wie emphatisch Männer sein können, zeigt sich schon allein daran, dass viele Männer quasi mit schwanger werden und gerne mal ein paar Kilo zunehmen, während die Frau schwanger ist. Diese möchten die Männer meistens wieder loswerden. Einer der vielen guten Gründe für die Yogapraxis.

Die Phase der Schwangerschaft kann für Männer mental sehr anspruchsvoll sein. Vielen Männer spüren plötzlich eine riesengroße Verantwortung auf sich ruhen und es scheinen Urprogramme zu starten wie z.B. die Familie zu ernähren und das schutzlose Wesen und die geschwächte Mutter beschützen. Diese kommen mit fortschreitender Schwangerschaft immer mehr in den Fokus und sorgen für Stress und Anspannung.

Darüber hinaus verändert sich oft das Sexualleben der neuen Eltern bereits während sowie nach der Schwangerschaft, worauf sich beide erstmal einstellen müssen. Natürlich wirkt sich auch der Schlafentzug auf die Frau und den Mann aus. Selbst wenn immer die Frau in der Nacht aufstehen sollte – setzt der Schlafentzug ihr zu, bleibt das dem Mann nicht verborgen und lässt ihn auch nicht kalt. Er möchte ihr helfen, ist aber den emotionalen Schwankungen der Frau etwas hilflos ausgeliefert. Nicht selten kommt „Mann“ von der Arbeit nach Hause und bekommt statt einem „Schön, dass Du da bist“ erstmal das Kind in den Arm gelegt mit einem „Jetzt bist Du dran“.

Kurzum: Es geschehen viele Dinge, die auch den Mann nach seiner neuen Mitte suchen lassen.

 

Auch Männer brauchen Entspannung

Sicher rückt die Frau mit dem Baby in den Vordergrund, doch auch der Mann braucht Entspannung und Zeit für sich, braucht den Raum, um sich in seiner neuen Rolle zu finden und den, sich durch die innere Verantwortung aufbauenden, Druck loszulassen. Und genau hier kann Yoga helfen. Denn im Yoga geht es eben nicht darum, noch mehr Druck und Verantwortung aufzubauen, stark zu sein oder helfen zu müssen, sondern einfach darum alles mal loszulassen, Körper und Geist zu beruhigen und zu sich selber zu kommen. Mit dieser inneren Ruhe kann wieder mehr Verständnis für die Partnerin entstehen und mehr Gelassenheit für die verschiedenen Phasen, die ein Baby mit sich bringt.

Deswegen haben wir zu unserem Buch „Yoga nach der Schwangerschaft“ auch eine spezielle Übungsreihe für Männer entwickelt, die genau das bietet. Natürlich demonstriert Holger wie es geht und erklärt worauf es ankommt.
Holger hat in dieser Übungsreihe tolle Übungen für den Mann rausgesucht, perfekt abgestimmt auf die Bedürfnisse, die „Mann“ eben so hat. Und wer kann das besser beurteilen als Holger, der als zweifacher Papa mit seiner Frau Romana so ziemlich alle Phasen schon durch hat. 😊

Diese Übungsserie ist ebenfalls für Männer geeignet, die noch nie in Kontakt mit Yoga gekommen sind. Sportgesund sollte man(n) schon sein, muss aber nicht unbedingt sehr beweglich daher kommen.
Und für diejenigen, für die dies wirklich der erste Kontakt mit Yoga ist, gibt es hier im Kurzüberblick eine kleine Idee davon, was es sich mit Yoga auf sich hat.

Den „Denker“ zur Ruhe bringen und runterkommen!

Eigentlich geht es im Yoga nicht so sehr um die Übungen, sondern darum, den Denker, der im Kopf ständig seine Meinung abgibt, zur Ruhe zu bringen. Die Übungen können dabei helfen, da die Wirkung der Übungen sich nicht nur im Körper, sondern auch im Geist zeigen. 

Asana: Die einzelnen Körperstellungen (Positionen) wirken nicht nur auf den Körper, sondern auch auf den Geist. Die Positionen lösen körperliche und damit ebenfalls mentale Verspannungen, geben Kraft und Energie und lassen Dich zur Ruhe kommen.

Atmung: Tiefe Atemzüge begleiten die Übungen und geben den Rhythmus vor: Tiefe Atemzüge bringen neue Energie in den Körper und beruhigen die Alltagsgedanken.

Shavasana: So nennt sich die Entenspannung. Übersetzt heißt diese Position die Totenhaltung. Hier geht es darum völlig loszulassen, um so Körper und Geist zu entspannen.

Holgers Tipp für die Jungs:

„Ja, bei Frauen sieht das Yoga üben meist viel eleganter aus und ich habe mich lange damit verglichen und versucht, es genauso gut zu machen. Mittlerweile weiß ich, dass es nicht darum geht, wie weit ich in die Vorbeuge komme, sondern was auf dem Weg in die Vorbeuge passiert! Mit der Zeit lernt man, dass es beim Yoga eben nicht um den Wettbewerb und das Gewinnen geht, sondern darum, all das beiseite zu lassen. Es ist also genau das Gegenkonzept von dem, was wir im Alltag erleben und hilft daher auch so genial dabei, zu entspannen. Sicher habe ich für andere Bewegungsformen viel mehr Talent und ich liebe es zu joggen oder mit dem Mountainbike die Berge runter zu heizen. Aber es gibt nichts Vergleichbares, was mich mir selber so nahebringt und dafür sorgt, dass mein Geist zur Ruhe kommt. Mit den Jahren meiner Praxis bin ich nicht wirklich viel tiefer in die Vorbeuge gekommen, aber es wurde mir mehr und mehr egal. Und das will etwas heißen :)))“.

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