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Was ihr schon immer von Romana Lorenz-Zapf wissen wolltet – Teil II

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Im ersten Teil unserer Interviews haben wir Romana schon einige Antworten “entlockt”. So verriet sie uns welcher Bereich ihrer vielfältigen Aufgaben sie am meisten erfüllt, wie sie ihren Yoga-Stil und -Lehrer gefunden hat oder wie sie bei all den Terminen und dem Familienleben noch Zeit für die eigene Yoga-Praxis findet.
Zeit ist ein gutes Stichwort, da bietet es sich doch an gleich weiter nachzuhaken:

Neben den ganzen Ausbildungen, findest du manchmal sogar noch ein Zeitfenster, um Kurse und Workshops zu geben. Wie setzt du hier die Prioritäten?

Ich denke, dass es wichtig ist sich zu überlegen, auf was man sich fokussieren möchte, was einem selbst warum wichtig ist. Da mir wichtig ist, so viele Menschen wie möglich mit Yoga zu inspirieren und zu einem bewussteren Leben zu führen, stehen für mich die Ausbildungen an erster Stelle. Denn je mehr Yogalehrer auf dem Weg sind, desto mehr Menschen kommen zu Yoga. Je mehr Menschen zu Yoga kommen, desto mehr Arbeit gibt es für alle Lehrer, die es bereits da draußen gibt.

Wenn ich dann Zeit habe, gebe ich Specials für meine Yoga-Teilnehmer und ich unterrichte nicht mehr als einen Kurs in der Woche. Ich habe über 20 Jahre Menschen in Kursen unterrichtet, jetzt können das andere Lehrer gerne übernehmen.

Yoga ist ein großes Feld mit einer umfassenden Philosophie dahinter. Wie hast Du dabei Deine Schwerpunkte gefunden und was sind Deine Lieblingsthemen?

Meine Schwerpunkte fand ich mit der Zeit und diese haben sich auch verändert. Anfangs waren die Asanas für mich der Schwerpunkt, ich habe viele Workshops zur Asana-Praxis, dem Sonnengruß und den 8 Stufen des Yoga gehalten. Nach einer Weile haben mich die Adjustments sehr interessiert und ich habe mich hier spezialisiert. Später hat mich die Philosophie in der Tiefe eingenommen und ich habe mich mehr mit dem Yoga-Sutra beschäftigt. Yoga & Business kam unweigerlich über die Eröffnung unserer Studios als Thema, das mich fortwährend begleitet. Die Meditation hat mich gefesselt, als ich zwischen Geschäft, Familie, Yoga meine Balance suchte. Damit finde ich meine Ruhemomente während des Tages.

Schlussendlich ist das größte Geschenk für mich die Philosophie, die Arbeit mit dem Geist und die Selbstreflektion. Denn die größte Veränderung muss im Innen stattfinden, bevor sie im Außen geschehen kann.

Siehst Du dich selbst als Yoga-Guru?

Um Gottes Willen, nein! Nein, ich sehe mich nicht als Guru, ich sehe mich als Lehrer!!! Ein selbsternannter Guru ist kein Guru! Ein Guru wird von seinen Schülern zum Guru gemacht und zwar deshalb, weil er ihnen helfen und sie auf ihrem Weg weiterbringen konnte.  In erster Linie sind wir alle – ob Guru genannt oder nicht – Lehrer. Wir haben etwas gelernt, für uns erfahren und geben dies nun weiter. That‘s it!

Wie gehst Du damit um, dass Du für viele Schüler ein Vorbild bist?

Bin ich das? Wenn ja, bin ich mir dessen nicht bewusst. Ich sehe mich wie gesagt als Lehrer. Vielleicht sind Lehrer immer irgendwie Vorbilder, ja. Aber Vorbildern eifert man nach oder nicht? Aber ich möchte nicht, dass meine Schüler mir nacheifern. Ich möchte, dass meine Schüler ihren eigenen Weg finden. Ich wünsche mir für alle Menschen, dass sie sich selbst finden. Ich würde mich freuen, wenn meine Schüler mich als Inspiration betrachten. Wenn meine Schüler an mir etwas bewundern, sollten sie sich in erster Linie klar machen, dass dieser Teil auch in ihnen steckt. Und anhand dieser Entdeckung vielleicht andere Entscheidungen für ihr Leben treffen oder sich in eine bestimmte Richtung orientieren. Von daher gefällt mir der Ausdruck Inspiration besser.

Wenn Du Dir einen Aspekt von Yoga aussuchen müsstest, was möchtest Du Deinen Yogaschülern unbedingt mit auf dem Weg geben?

Alles ist in Dir! Das Außen kann Dir nur Inspiration geben, genauer hinzuschauen. Das Außen kann Dir nur ein System zeigen, dem Du folgen kannst, um es Dir leichter zu machen.
Aber schlussendlich ist alles bereits in Dir vorhanden. Du brauchst es nur aufdecken. Du musst nirgendwo hinkommen, Du musst nichts erreichen, Du musst im Grunde gar nichts. Das Wichtigste ist in allem was Du tust, Du selbst zu sein. Damit legst Du die Grundlage für alles andere.

Der wichtigste Aspekt im Yoga ist somit für mich die Schleier abzulegen, die sich im Laufe unseres Lebens über uns gelegt haben. Die Schleier aus bestimmten Denkweisen, damit einhergehenden Gewohnheiten, Reaktionen und damit Handlungen. Sind die Schleier weg, ergibt sich alles andere wie von selbst. Einfach und unkompliziert.

Und was es dafür braucht ist die Absicht, mit der Du ins Yoga gehst. Die Absicht, hinter die Schleier zu blicken. Nach und nach werden sich diese dann wie die Schalen einer Zwiebel abschälen. Du wirst sensibler, ja, aber auch stärker und ruhst mehr in Dir. Die Dinge nehmen Dich nicht mehr so ein. Du spürst Dich mehr selbst.

Welcher Yogastil Dir dabei hilft, ist egal. Aber die Absicht ist nicht egal. Suche in Dir und Du wirst hinter die Schleier blicken können. Dann hört auch das Nachdenken auf. Das Überlegen, das Abwägen, das Entscheiden, die Anstrengung, der innere Kampf. Dies alles weicht einem Frieden, den Du Dir vorher in Deinen Träumen vielleicht ausgemalt hast. Und mit dem Frieden kommt Gewissheit, dass alles seinen Platz und seinen Sinn hat und dass auch Du ein Teil des großen Ganzen bist.

Auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank liebe Romana für deine Zeit und ehrlichen Antworten!
Bei solch einer interessanten und für viele mit Sicherheit inspirierenden Frau, werden wir bestimmt irgendwann noch einen weiteren Interview Teil veröffentlichen! 🙂

About Stefanie Weyrauch

Stefanie Weyrauch liebt Yoga und Social Media. Daher ist sie als Kümmerin unseres UNIT Yoga Blogs voll in ihrem Element und kann dabei ihre beiden Leidenschaften Yoga und Social Media unter einen Hut bringen. Mehr Info

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